Zu den Faltern, die noch spät im Jahr unterwegs sind, gehören Admiral (Vanessa atalanta), Distelfalter (Vanessa cardui) und Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum). Admiral und Distelfalter sind eng miteinander verwandt und gehören beide zur Gattung Vanessa. Das Taubenschwänzchen ist dagegen ein Schwärmer – und fällt schon durch seine ungewöhnliche Lebensweise auf: Als tagaktiver Schwärmer ist es bis in die Dämmerung hinein unterwegs und wird mit seinem Schwirrflug vor Blüten oft mit einem kleinen Kolibri verwechselt.
Admiral und Distelfalter lassen sich im Herbst häufig an Fallobst und den letzten Blüten beobachten. Auch Taubenschwänzchen sind jetzt noch unterwegs und besuchen fleißig die letzten nektarreichen Blüten in Gärten und auf Wiesen.
Inzwischen werden in Deutschland immer häufiger überwinternde Admirale und Distelfalter beobachtet. Auch beim Taubenschwänzchen gibt es einzelne Winterbeobachtungen – wie genau und wo die Arten bei uns überwintern, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt.
Wir möchten herausfinden, wo Admiral, Distelfalter und Taubenschwänzchen in Niedersachsen im Spätsommer und Herbst unterwegs sind – und ob und wo sie möglicherweise bei uns überwintern. Haltet in den kommenden Monaten Ausschau und meldet Eure Beobachtungen! Und wichtig: Schaut auch im Januar und Februar noch einmal nach. Beobachtungen zu dieser Jahreszeit können wichtige Hinweise auf eine mögliche Überwinterung liefern.
Pate dieser KNAK-Meldeaktion ist der NABU|naturgucker. Er bietet interessante Veranstaltungen und Lernangebote zum Kennenlernen von Arten an.
Um Euch die Dokumentation Eurer Funde zu erleichtern, bieten wir eine einfache Meldemöglichkeit an. Unsere Aktionsseite zu den späten Faltern könnt Ihr per Smartphone, PC, Laptop oder Tablet nutzen. Sie enthält Informationen zum Admiral und Distelfalter sowie zu weiteren Faltern, mit denen Verwechslungen möglich sind.
Der Admiral ist mit seiner schwarzbraunen Grundfarbe, den leuchtend roten Binden und den weißen Flecken an den Vorderflügelspitzen kaum zu übersehen. Mit einer Flügelspannweite von etwa 5–6 Zentimetern gehört er zu den größeren heimischen Tagfaltern.
Der Distelfalter sieht seinem Verwandten auf den ersten Blick ähnlich, trägt jedoch ein anderes Muster: Seine Flügel sind orangebraun, schwarz und weiß gemustert und zeigen auf der Unterseite der Hinterflügel auffällige Augenflecken.
Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), (c) Benjamin Franke/NABU-naturgucker.de
Das Taubenschwänzchen ist mit seinem langen Saugrüssel, dem schnellen Schwirrflug und seinem auffälligen, pelzig wirkenden Körper unverwechselbar. Es steht beim Blütenbesuch wie ein kleiner Kolibri in der Luft – daher auch sein Spitzname „Kolibri“.
Admiral und Distelfalter sind echte Verwandte: Beide gehören zur Gattung Vanessa innerhalb der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Das Taubenschwänzchen gehört dagegen zu einer ganz anderen Familie: den Schwärmern (Sphingidae).
Trotz ihrer unterschiedlichen Verwandtschaft haben alle drei etwas gemeinsam: Sie sind ausdauernde Wanderer, die große Entfernungen zurücklegen können.
Der Admiral ist in Deutschland weit verbreitet und gilt aktuell als ungefährdet. Lange Zeit war er vor allem als klassischer Wanderfalter bekannt: Im Frühjahr kamen Tiere aus dem Süden nach Mitteleuropa, während im Herbst viele wieder in Richtung Mittelmeer zogen. Durch die zunehmend milderen Winter können Admirale inzwischen auch bei uns überwintern und sich in Deutschland dauerhaft fortpflanzen.
Der Distelfalter ist ebenfalls ein ausgeprägter Wanderfalter. Seine Wanderungen können ihn über große Entfernungen führen, und in manchen Jahren kommt es zu auffälligen Masseneinflügen. Dadurch kann seine Häufigkeit von Jahr zu Jahr stark schwanken.
Für den Schutz der beiden Arten sind vor allem blütenreiche, vielfältige Lebensräume und ein ausreichendes Angebot an Raupenfutterpflanzen wichtig. Beim Admiral sind Brennnesseln besonders bedeutend, denn seine Raupen ernähren sich von ihnen. Wer also eine kleine Brennnesselecke im Garten stehen lässt, schafft wertvollen Lebensraum.
Auch das Taubenschwänzchen kommt in allen Bundesländern vor. Für seinen Schutz sind vor allem blütenreiche Lebensräume mit einem ausreichenden Angebot an Nektarpflanzen wichtig. Besonders gern besucht es beispielsweise Schmetterlingsflieder, Natternkopf und verschiedene Gartenblumen.
Admiral (Vanessa atalanta), (c) Benjamin Franke/NABU-naturgucker.de
Alle drei Arten sind vergleichsweise mobil und können ganz unterschiedliche Lebensräume nutzen. Man findet sie auf blütenreichen Wiesen, an Weg- und Waldrändern, in Parks, Gärten und auf Brachen.
Das Taubenschwänzchen ist besonders häufig dort anzutreffen, wo viele nektarreiche Blüten wachsen. Mit seinem langen Saugrüssel kann es auch Blüten erreichen, die für andere Schmetterlinge schwer zugänglich sind.
Admirale nutzen im Spätsommer und Herbst außerdem gern überreifes Obst und Fallobst als Energiequelle. Wer also einen Apfel oder eine Pflaume im Garten liegen lässt, kann dort mit etwas Glück gleich mehrere unserer Wanderfalter beobachten.
Vielleicht fragt Ihr Euch, weshalb Ihr beim Melden Eurer Naturbeobachtungen Euren Namen und Eure E-Mail-Adresse angeben müsst. Das hat wichtige Gründe:
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